Erfahrungsbericht einer stellvertretenden Geschäftsführerin

Eindrücke von der Ausbildung zum AI-Begleiter im Kloster Seeon im Oktober 2001
Nach Lektüre des Buches "Appreciative Inquiry" von zur Bonsen (Beltz Verlag) fand ich den Ansatz am Positiven anzuknüpfen faszinierend. Alle Organisationsentwicklungsstrategien, die ich bis dato kannte, "stocherten" munter in den Problemen herum - letztendlich verändete sich aber kaum etwas und die Enttäuschung stieg. Da ich mich immer gerne mit positiven Dingen beschäftige (schon allein aus beruflicher Sicht - Vorsorgemedizin), wusste ich, das ist der richtige Ansatz für meine Organisation. Kurzfristig war noch ein Platz beim AI-Training frei und ich war gespannt, was auf mich zukommt. Unsicher bis zuletzt ob es einer "internen Beraterin" gelingen kann, diesen Ansatz in die eigene Organisation hineinzutragen.
Der erste Tag, der dem eigenen Erleben eines AI-Prozesses gewidmet war, erlebte ich zweigeteilt: Die Interviewphase sehr positiv, energiegeladen. Dann einen Durchhänger in der "dream-Phase", wo ich dachte, das ist nicht meins - wenn ich das je umsetzen möchte muss ich meinen Weg suchen. In der Abschlussphase dann aber wieder ein sehr starkes Gefühl, dass es doch geht.
Im Lauf der nächsten zwei Tage machte sich in mir immer mehr die Erkenntnis breit, dass AI mehr ist als eine Methode, die ich in meiner Organisation zu einem bestimmten Thema einführen möchte. Sondern ganz stark dieser Ansatz: Es steckt eine Philosophie dahinter, die sich auf viele Bereiche des Arbeitslebens auswirken kann und wird, Stichwort: Qualitätsmanagement.
Nach drei Tagen das Resumée: Die Anstrengung hat sich gelohnt. Walter Bruck hat in uns mit Geduld und Einfühlungsvermögen den wertschätzenden Keim zum Wachsen gebracht und ich bin mir sicher, dass daraus ein starker Baum wird.
Die Philosophie des AI konnte ich in kleinen Ansätzen bei Mitarbeitergesprächen bereits einfließen lassen. Wenn die MitarbeiterIn im Laufe des Gesprächs selbst erkennt, dass sie eine bestimmte Fähigkeit, die ihr manchmal schon Erfolge gebracht hat, doch auch in einem ganz anderen Bereich einmal anwenden könnte, um dort Unsicherheiten auszugleichen, spüre ich die positive Kraft, die in ein paar gezielten Fragen steckt. Ich denke, dass im Bereich "Personalentwicklung" AI zukünftig für mich eine ganz große Rolle spielen wird.
Den organisationsentwicklenden Einsatz von AI habe ich für nächste Woche mittels Erstinterview mit meinem Geschäftsführer geplant. Durchführung findet wahrscheinlich Ende Jänner statt.
Monika
Aistleitner
(stellvertretende Geschäftsführerin, Linz
November 2001)
Die nächsten Termine um Appreciative Inquiry auf den Geschmack zu kommen. Hier gibt's einen weiteren Erfahrungsbericht.